| Veranstaltung: | Kreismitgliederversammlung Januar 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 2.1. Wahl der/des Vorsitzenden (offener Platz) |
| Antragsteller*in: | Hermann Voesgen |
| Status: | Eingereicht (ungeprüft) |
| Eingereicht: | 06.01.2026, 16:41 |
Hermann Voesgen
Selbstvorstellung
Hermann Voesgen
Bewerbung als Sprecher des Kreisvorstandes Bündnis 90/Die Grünen Potsdam
„Die gute Zeit, meine Schwester, ist die Zeit in der wir leben“
Von diesem hoffnungsvollen Spruch aus der Zeit der Pariser Mai-Revolte 1968, der auch meine Lebenslust inspiriert hatte, scheinen wir heut weit entfernt.
Die schlechten Nachrichten, mit den Krisen, Unzufriedenheit, Ängsten, Abgrenzungen verschatten unseren Alltag und das politische Handeln.
Nach den verlorenen Bundes- und Landtagswahlen betrifft das auch unmittelbar unsere Partei.
Das vorläufige Scheitern eines Regierungsprogrammes für eine ökologische Transformation müssen wir verarbeiten und nicht forsch-darüber hinwegsehen.
Wie also machen wir die nächsten Jahre für uns, die Partei/den Kreisverband, die Stadt zu einer guten Zeit?
Mit der Botschaft ZUVERSICHT hatten wir in der letzten Bundestagswahl um Vertrauen geworben. Das hatte vor einem Jahr nicht verfangen und auch bei uns Grünen war die Zuversicht ein ziemlich zerzaustes Pflänzchen.
Dennoch muss Zuversicht natürlich weiterhin ein Leitmotiv für unsere politische Arbeit sein. Es ist immer wieder aufs Neue ein Kraftakt, wie Robert Habeck im Wahlkampf immerfort betonte: „Zuversicht bedeutet nicht, dass automatisch alles gut wird und sich die Probleme schnell lösen lassen. Zuversicht bedeutet Arbeit."
Aus meiner Sicht gibt es mindestens drei gute Gründe für die Potsdamer Grünen die Aufgaben mit Zuversicht anzugehen:
- Dem Parteienverdruss entgegenwirken
Das Parteiensystem der repräsentativen Demokratie verliert an Zuspruch und Legitimation. Es drohen wechselseitige Blockaden, die überlebenswichtigen Transformationen insbesondere im Klimabereich gehen viel zu langsam bzw. stecken fest, das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Systems nimmt ab.
Zur Gründungstradition der Grünen (und ich denke, das gilt auch für Bündnis 90) gehört der Einsatz für Formen direkter Demokratie - die repräsentativen und bürokratischen Strukturen müssen in die sozialen/ökologischen Bewegungen einbezogen werden und umgekehrt. Die Einbindung in die vielfältigen, veränderungsfreudigen Lebenswelten (die wir mit geschaffen haben), ist eine Stärke unserer Partei. Sie gilt es in wechselseitigem Respekt auszubauen. Aktuelle Formen direkter Demokratie wie BürgerInnenräte verstehe ich ebenfalls als wesentlichen Teil unsere politischen Engagements.
- Die vielen neuen Mitglieder in unserem KV sind ein guter Grund für Zuversicht. Dieses Potential an Menschen und ihre Ideen gilt es zu bewegen und zu nutzen. Das beste Mittel um die Mitglieder (die Basis) einzubinden ist es, sie an den Themen und Entscheidungen fundiert zu beteiligen. Die Debatten, das Ringen um Positionen und Lösungen sind das Herzstück einer Partei. Die auch sinnliche Freude im Wettstreit um die Sache zu befördern, ist aus meiner Sicht eine wesentliche Aufgabe des Vorstands unseres KV. Solche Prozesse zu initiieren, zu ermutigen, zu gestalten, dazu möchte ich gerne beitragen.
- Mit Zuversicht können wir auch auf die Gestaltungsmöglichkeiten in der Stadtpolitik blicken. Mit der neuen Oberbürgermeisterin und unserer inhaltlich ausgewiesenen und machtpolitisch relevanten Stadtratsfraktion haben wir die Chance, unsere Themen weiter wirksam werden zu lassen.
Dabei geht es in den nächsten Jahren auch um dringliche Vorhaben für die wir besonders engagiert und kompetent sind:
- Die Wärmewende mit den Möglichkeiten der Geothermie.
- Die Verkehrswende u.a. mit den nächsten Schritten für eine autoarme Innenstadt.
- Die Sicherung und Weiterentwicklung der soziokreativen Vielfalt in der Stadt (z.B. durch Erhalt des Rechenzentrums).
- Die Wohnungspolitik durch das Einbringen alternativer/sozialer Wohnungs- und Bauformen bereichern.
Dabei ist eine Arbeitsteilung zwischen Vorstand und Fraktion wichtig. Während die Fraktion mehr dem Aushandeln und Sondieren von Kompromissen, sowie der Beschaffung von Mehrheiten verpflichtet ist, obliegt es dem Vorstand, Sorge zu tragen, dass das was wir eigentlich wollen, unser radikales Reformprogramm, präsent bleibt und öffentlich wahrgenommen wird.
Biografisches
1984-1987 Wohnungsforscher an der Universität Oldenburg
1988 Aufbau einer pädagogischen Druckwerkstat
1989-1992 Kulturarbeiter in Ostfriesland -
1990-1992 im Vorstand der Grünen Niedersachsen
1995- 2017 Professor für kulturelle Projektarbeit an der Fachhochschule Potsdam
2015-2019 Sachkundiger Bürger im Kulturausschuss der LHP
2019-2025 Vorsitzender des FÜR e.V. – Für eine freundliche Übernahme des Rechenzentrums