| Veranstaltung: | Kreismitgliederversammlung September 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 3. Klimaschutz & Stadtnatur |
| Antragsteller*in: | Eva Wieczorek (Land Brandenburg) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 13.09.2026, 22:50 |
A1: Klimakrise - Wärmewende - Beratungsagentur
Antragstext
Die Stadt Potsdam soll eine unabhängige Energie-Beratungsagentur für die
Bürgerschaft einrichten, um die Energie- und Wärmewende - wie grundsätzlich
beschlossen - wirksam voranzubringen.
Wie es andere Städte (Bonn, Hamburg...) bereits praktizieren, sollen kostenfreie
Fachberatungen angeboten werden. So gibt es dann einerseits eher individuellere
Energie-Beratungen der Eigentümer von Wohnungen und Häusern sowie Informationen
rund ums Bauen und Sanieren. Des Weiteren finden Fachvorträge statt zu den
zentralen Themen und Fragen wie:
Klimafreundliche Heiztechnik,
Dämmung und Fenstersanierung sowie aktuelle Fördermöglichkeiten.
Auch eine Zusammenarbeit mit EWP und Fach-Betrieben bei derartigen
Veranstaltungen ist sinnvoll.
Wir setzen uns als Mitglieder von Bündnis 90 / Die Grünen Potsdam für die
Einrichtung einer derartigen unabhängigen Energieberatungsstelle ab 2027 ein.
Begründung
Eva Wieczorek Potsdam, 12. 9. 2026
Mitgliederversammlung Bündnis 90 / Die Grünen 16.9.26 (Rechenzentrum)
Ergänzende Begründung zum Antrag`Klimakrise – Wärmewende – Beratungsagentur`
Anfang Juli 2026 führte Professor Stefan Rahmstorf, einer der weltweit renommiertesten Klimaforscher (PIK – Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung) in Potsdam aus, dass die frühen Prognosen des PIK zur Erderwärmung und drastischen Folgen mit Abschmelzen der Gletscher, Extremwetter mit Stürmen und Überschwemmungen sowie andererseits Trockenheit und Dürre zunehmend eintreten.
Vor rund 15 Jahren erarbeiteten wir gemeinsam mit dem PIK den Masterplan Klimaschutz, 2010 von den Stadtverordneten bestätigt. Hier sind Wege zur Energie- und Mobilitätswende, aber auch Konsumverhalten von Menschen, Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung als notwendige Maßnahmen dargelegt. Die Plan-Umsetzung ließ lange auf sich warten.
Auf internationaler Ebene wurde 2015 in Paris von 195 Staaten das völkerrechtlich bindende Klimaabkommen zur globalen Erwärmung auf 1,5 Grad beschlossen (für uns war Annalena Baerbock dabei).
Nun führt Prof. Rahmstorf aus, dass sich die Erderwärmung (bereits vielerorts über 1,5 Grad) mit schlimmen Folgen fortsetzt: „Wenn wir so weiter machen wie bisher, landen wir eher bei einer Erwärmung von 3 Grad… Wir müssen daran arbeiten, es noch zu schaffen, (die Klimakrise aufzuhalten), denn die Alternative wäre schlimm.“[1] Der CO 2 – Ausstoß muss verringert werden.
Auch nach seiner Einschätzung machen die Entwicklungen und Ausbau der Erneuerbaren Energien mit Netzausbau und Anschlüssen Hoffnung. Dabei ist `Erneuerbare Energie` die kostengünstigste Energieerzeugung.
Diesen Weg beschreiten wir seit ein paar Jahren endlich auch in Potsdam. Es wurde mit dem Ausbau von Windenergie begonnen und wichtige erste Schritte gibt es zur Wärmewende. Mit bündnis-grünen ExpertInnen und Engagierten konnten wir den Einstieg in die Nutzung von Geothermie voranbringen. Inzwischen, so legen unsere fachkundigen Stadtverordneten Andreas Walter und Silke Reimer dar, können wir es nach vielen außerordentlichen Auseinandersetzungen und Anstrengungen – auch gegenüber Widersachern und Bremsern in der Stadtpolitik – als große Erfolge feiern! Mit Geothermie beheizen wir ein neues Wohnviertel, neue Bohrungen werden durchgeführt für das alte Gas-Heizkraftwerk Süd und in der Gartenstraße in Babelsberg. Außerdem soll der neue Stadtteil Krampnitz mit Erdwärme versorgt werden.
Unser bündnis-grünes Engagement findet sich des Weiteren in der nun fertigen `Kommunalen Wärmeplanung` wieder. Hier wird eine Wärmewende nach Bedarfen der Stadtteile betrachtet: z. B. (auch entsprechend der Forderungen von aktiven BürgerInnen in der Brandenburger Vorstadt und Babelsberg) Ausbau von erneuerbarer und sozialverträglicher Fernwärme, während in anderen Stadtteilen Lösungen mit Wärmepumpen usw. notwendig werden.
Dabei gilt es ebenso, Energiesparmaßnahmen und energetische Sanierung zu beplanen. Diese Wärmewende ist für alle AkteurInnen eine große Herausforderung, wie beispielsweise u. a. auf entsprechenden Veranstaltungen von BürgerInnen zum Ausdruck gebracht. Daher braucht es unterstützende, anregende Beratung und zentrale Vorträge, um die Wärmewende zu ´befeuern´. Somit stellen wir folgenden Antrag:
Die Stadt Potsdam soll eine unabhängige Energie-Beratungsagentur für die Bürgerschaft einrichten, um die Energie- und Wärmewende - wie grundsätzlich beschlossen - wirksam voranzubringen.
Wie es andere Städte (Bonn, Hamburg...) bereits praktizieren, sollen kostenfreie Fachberatungen angeboten werden. So gibt es dann einerseits eher individuellere Energie-Beratungen der Eigentümer von Wohnungen und Häusern sowie Informationen rund ums Bauen und Sanieren. Des Weiteren finden Fachvorträge statt zu den zentralen Themen und Fragen wie:
Klimafreundliche Heiztechnik,
Dämmung und Fenstersanierung
sowie aktuelle Fördermöglichkeiten.
Auch eine Zusammenarbeit mit EWP und Fach-Betrieben bei derartigen Veranstaltungen ist sinnvoll.
Wir setzen uns als Mitglieder von Bündnis 90 / Die Grünen Potsdam für die Einrichtung einer derartigen unabhängigen Energieberatungsstelle ab 2027 ein.
[1] Tagesspiegel-Interview 29.6.2026
Kommentare