| Veranstaltung: | Kreismitgliederversammlung Februar 2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 3.3. Schüler*innen-Ticket |
| Antragsteller*in: | KV Vorstand (dort beschlossen am: 14.02.2026) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 15.02.2026, 19:34 |
A2: A ÖPNV in Potsdam sichern: ViP stärken, Schüler*innenticket erhalten
Antragstext
Bündnis90/ Die Grünen setzen sich für den Erhalt und die weitere Stärkung des
Potsdamer ÖPNV-Angebots und einen des leistungsfähigen ViP Verkehrsbetrieb
Potsdam ein. Ein verlässlicher ÖPNV ist Voraussetzung für soziale Teilhabe,
Klimaschutz und eine funktionierende Stadt.
Die in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehene Reduktion des ÖPNV-
Zuschusses ab 2027 um jährlich 1,0 Mio. Euro halten wir für nicht vertretbar und
fordern, diese Kürzung nicht umzusetzen, sofern diese Reduktion eine Ausdünnung
von Fahrplänen zur Senkung der Betriebskosten zur Folge hat. Denn Angebotsabbau
führt zu Fahrgastverlust, verlagert Verkehr aufs Auto, senkt Attraktivität des
ÖPNV, kann am Ende teurer werden, wenn Einnahmen sinken und Fixkosten bleiben.
Stattdessen sollen kostensparende und zugleich mobilitätserhaltende Alternativen
geprüft und umgesetzt werden, z. B. On-Demand-Angebote in nachfrageschwachen
Zeitfenstern (insbesondere im Nachtverkehr).
Wir streben die Stabilisierung des 15-Euro-Schüler*innentickets an; mindestens
aber fordern wir den Erhalt der 50%-Förderung des Schüler*innentickets durch die
Stadt auch bei weiteren allgemeinen Kostensteigerungen des ÖPNV – zugleich hat
die Sicherung des ÖPNV-Angebots insgesamt höchste Priorität.
Zudem unterstützen wir unseren Bundesverband sowie Landesverband in ihren
Forderungen zur Stärkung von Bus und Bahn durch mehr Investitionen durch Bund
und Land.
Begründung
Ein leistungsfähiger und verlässlicher öffentlicher Nahverkehr ist zentrale Voraussetzung für soziale Teilhabe, Klimaschutz und eine funktionierende Stadt. Der ÖPNV ermöglicht Mobilität unabhängig vom Einkommen, entlastet Straßen und öffentliche Räume und ist unverzichtbar, um die verkehrs- und klimapolitischen Ziele der Landeshauptstadt Potsdam zu erreichen.
Die ab 2027 vorgesehene Kürzung des ÖPNV-Zuschusses um jährlich 1,0 Mio. Euro birgt ein erhebliches Risiko für die Angebotsqualität. Erfahrungsgemäß führen Einsparungen im Betrieb häufig zu Fahrplanausdünnungen, Angebotslücken und sinkender Zuverlässigkeit. Dies wiederum verursacht Fahrgastverluste und begünstigt eine Verlagerung auf den motorisierten Individualverkehr. Ein solcher Effekt ist verkehrs- und klimapolitisch kontraproduktiv und kann auch wirtschaftlich nachteilig sein: Wenn Fahrgäste ausbleiben, sinken Einnahmen, während Fixkosten im System weitgehend bestehen bleiben.
Statt Angebotsabbau braucht es daher eine Strategie, die Effizienzgewinne hebt und zugleich Mobilität sichert. On-Demand-Angebote in nachfrageschwachen Zeitfenstern – insbesondere im Nachtverkehr – können hier eine sinnvolle Ergänzung darstellen, um bedarfsgerecht zu bedienen und Kosten zu reduzieren, ohne die Erreichbarkeit zu verschlechtern. Ergänzend sind weitere Maßnahmen zur Betriebsoptimierung zu prüfen, die die Attraktivität und Stabilität des ÖPNV stärken.
Für uns hat die Sicherung des ÖPNV-Angebots insgesamt höchste Priorität – zugleich streben wir eine Stabilisierung des 15-Euro-Schüler*innentickets an – und fordern mindestens die Beibehaltung der 50%-Finanzierung der Stadt auch bei gestiegenen Realkosten für das Schüler*innenticket. Denn gerade für junge Menschen ist ein bezahlbares Ticket ein zentraler Baustein für gerechte Mobilität und für die langfristige Bindung an den ÖPNV.
Änderungsanträge
- Ä1 (Vorstand der Grünen Jugend Potsdam (dort beschlossen am: 18.02.2026), Eingereicht)
Kommentare