| Antrag: | Klimakrise - Wärmewende - Beratungsagentur |
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| Antragsteller*in: | Petra Müller-Glodde |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | Gestern, 16:32 |
Ä1 zu A4: Klimakrise - Wärmewende - Beratungsagentur
Von Zeile 71 bis 72 einfügen:
wie Bonn, Hamburg oder Mannheim angeschaut und auf ihre Übertragbarkeit auf Potsdamer Verhältnisse geprüft werden.
Zur Erarbeitung einer Entscheidungsgrundlage für die Einführung einer Energieagentur in Potsdam wird die bündnisgrüne Stadtfraktion beantragen, dass die Stadtverwaltung Potsdam auf der Basis von Beispielen aus u.a. Bonn, Hamburg und Mannheim die Machbarkeit der Einführung einer solchen Energieagentur in Potsdam prüft.
Antrag A1 neu: gemeinsamer Antrag Silke Reimer, Eva Wieczorek
Neuer gemeinsamer Antrag Silke Reimer, Eva Wieczorek
(Anfangs-Begründung wie zuvor) Begründung zum Antrag`Klimakrise – Wärmewende –
Beratungsagentur`
Anfang Juli 2026 führte Professor Stefan Rahmstorf, einer der weltweit
renommiertesten Klimaforscher (PIK – Potsdamer Institut für
Klimafolgenforschung) in Potsdam aus, dass die frühen Prognosen des PIK zur
Erderwärmung und drastischen Folgen mit Abschmelzen der Gletscher, Extremwetter
mit Stürmen und Überschwemmungen sowie andererseits Trockenheit und Dürre
zunehmend eintreten.
Vor rund 15 Jahren erarbeiteten wir gemeinsam mit dem PIK den Masterplan
Klimaschutz, 2010 von den Stadtverordneten bestätigt. Hier sind Wege zur
Energie- und Mobilitätswende, aber auch Konsumverhalten von Menschen,
Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung als notwendige Maßnahmen dargelegt.
Die Plan-Umsetzung ließ lange auf sich warten.
Auf internationaler Ebene wurde 2015 in Paris von 195 Staaten das
völkerrechtlich bindende Klimaabkommen zur globalen Erwärmung auf 1,5 Grad
beschlossen (für uns war Annalena Baerbock dabei).
Nun führt Prof. Rahmstorf aus, dass sich die Erderwärmung (bereits vielerorts
über 1,5 Grad) mit schlimmen Folgen fortsetzt: „Wenn wir so weiter machen wie
bisher, landen wir eher bei einer Erwärmung von 3 Grad… Wir müssen daran
arbeiten, es noch zu schaffen, (die Klimakrise aufzuhalten), denn die
Alternative wäre schlimm.“[1]Der CO 2 – Ausstoß muss verringert werden.
Auch nach seiner Einschätzung machen die Entwicklungen und Ausbau der
Erneuerbaren Energien mit Netzausbau und Anschlüssen Hoffnung. Dabei ist
`Erneuerbare Energie` die kostengünstigste Energieerzeugung.
Diesen Weg beschreiten wir seit ein paar Jahren endlich auch in Potsdam. Es
wurde mit dem Ausbau von Windenergie begonnen und wichtige erste Schritte gibt
es zur Wärmewende. Mit bündnis-grünen ExpertInnen und Engagierten konnten wir
den Einstieg in die Nutzung von Geothermie voranbringen. Inzwischen, so legen
unsere fachkundigen Stadtverordneten Andreas Walter und Silke Reimer dar, können
wir es nach vielen außerordentlichen Auseinandersetzungen und Anstrengungen –
auch gegenüber Widersachern und Bremsern in der Stadtpolitik – als große Erfolge
feiern! Mit Geothermie beheizen wir ein neues Wohnviertel, neue Bohrungen werden
durchgeführt für das alte Gas-Heizkraftwerk Süd und in der Gartenstraße in
Babelsberg. Außerdem soll der neue Stadtteil Krampnitz mit Erdwärme versorgt
werden.
Unser bündnis-grünes Engagement findet sich des Weiteren in der nun fertigen
`Kommunalen Wärmeplanung` wieder. Hier wird eine Wärmewende nach Bedarfen der
Stadtteile betrachtet: z. B. (auch entsprechend der Forderungen von aktiven
BürgerInnen in der Brandenburger Vorstadt und Babelsberg) Ausbau von
erneuerbarer und sozialverträglicher Fernwärme, während in anderen Stadtteilen
Lösungen mit Wärmepumpen usw. notwendig werden.
Dabei gilt es ebenso, Energiesparmaßnahmen und energetische Sanierung zu
beplanen. Diese Wärmewende ist für alle AkteurInnen eine große Herausforderung,
wie beispielsweise u. a. auf entsprechenden Veranstaltungen von BürgerInnen zum
Ausdruck gebracht. Daher braucht es unterstützende, anregende Beratung und
zentrale Vorträge, um die Wärmewende zu ´befeuern´.
A 1 neu: Antrag (Silke Reimer und Eva Wieczorek)
Die Stadt Potsdam soll eine unabhängige Energieagentur für die Bürgerschaft
einrichten, um die Energie- und Wärmewende – wie grundsätzlich beschlossen –
wirksam voranzubringen.
Die Energieagentur verfolgt zwei Ziele:
Erstens dient die Agentur als erste Anlaufstelle für Potsdamer BürgerInnen, die
sich mit Fragen der Energie- und / oder Wärmewende beschäftigen. Dazu wird auch
eine aktive Außenkommunikation aufgebaut. Des Weiteren finden Fachvorträge statt
zu den zentralen Themen und Fragen wie:
Klimafreundliche Heiztechnik, Dämmung und Fenstersanierung sowie aktuelle
Fördermöglichkeiten. Auch eine Zusammenarbeit mit EWP und Fach-Betrieben bei
derartigen Veranstaltungen ist sinnvoll.
Zweitens widmet sich die Agentur der Vernetzung der verschiedenen Akteure (NGP,
EWP, LHP, Wohnungsgenossenschaften, Mietervertretungen, Haus- und
Wohnungseigentümer, Verbraucherzentrale, Handwerker, Energieberater usw.). Das
soll die Zusammenarbeit zwischen diesen Akteuren so verbessern, dass der Beitrag
der Einzelakteure in Hinblick auf das gemeinsame Ziel möglichst effizient
erfolgt.
Die Finanzierung dieser Agentur wird durch alle teilnehmenden Organisationen
getragen, wobei der Beitrag von den finanziellen Möglichkeiten der Akteure
abhängen kann.
Zur Entwicklung der Organisationsstruktur der Energieagentur sollen Beispiele
wie Bonn, Hamburg oder Mannheim angeschaut und auf ihre Übertragbarkeit auf
Potsdamer Verhältnisse geprüft werden.
Zur Erarbeitung einer Entscheidungsgrundlage für die Einführung einer Energieagentur in Potsdam wird die bündnisgrüne Stadtfraktion beantragen, dass die Stadtverwaltung Potsdam auf der Basis von Beispielen aus u.a. Bonn, Hamburg und Mannheim die Machbarkeit der Einführung einer solchen Energieagentur in Potsdam prüft.
Wir setzen uns als Mitglieder von Bündnis 90/ Die Grünen Potsdam für die
Einrichtung einer derartigen unabhängigen Energieberatungsstelle ab 2027 ein.
Begründung: Es gibt einen großen Bedarf an Organisationsstrukturen, um die
Energie- und Wärmewende voran zu bringen. Oftmals liegt das Problem aber nicht
darin, dass nicht klar ist, was getan werden muss, sondern dass das gemeinsame
Vorgehen dadurch erschwert wird, dass die Akteure keinen Raum haben, in dem sie
sich über das bestmögliche Vorgehen austauschen können. Eine Information der
BürgerInnen von Potsdam ist gleichzeitig ein sehr wichtiges Anliegen. Allerdings
liegen Beratungsangebote z.T. bereits vor (Verbraucherzentrale, EWP,
Energieberater). Sie sollten gut beworben und ggf. ausgebaut werden.
[1] Tagesspiegel-Interview 29.6.2026
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